Rechnerwechsel mit Lexware: Schritt für Schritt zum neuen PC

Ein neuer Rechner steht an, und Lexware soll mit umziehen, ohne dass Firmendaten, Formulare oder die Lizenz verloren gehen. Diese Anleitung zeigt, was vorher gesichert werden muss und wie die Übertragung in der Praxis abläuft.

Welcher Menüpfad für Ihr Programm gilt

Lexware nutzt nicht überall denselben Weg zur Sicherung. Bevor Sie loslegen, prüfen Sie kurz, welche Variante bei Ihnen zutrifft:

  • Lexware Standard sowie Lexware plus/professional/premium mit SQL-Anywhere-Datenbank
    Der Weg führt über Datei → Rechnerwechsel → Datenbestand sichern (bzw. später einspielen).
  • Lexware plus/professional/premium mit PostgreSQL-Datenbank (kann bei neueren Installationen ab Version 2026 der Fall sein):
    Der Weg führt über Datei → Datensicherung → Sicherung, das öffnet die Datensicherungszentrale. Das ist hier kein „einfacher“ Backup-Umweg, sondern bei PostgreSQL der korrekte und einzige Weg für den Rechnerwechsel, inklusive Lizenzübertragung.
  • Lexware anlagenverwaltung, kassenbuch und lohnauskunft
    Diese Programme haben keinen eigenen Rechnerwechsel-Assistenten. Hier geht es ebenfalls über Datei → Datensicherung → Sicherung bzw. Rücksicherung.

Bei plus, professional und premium lässt sich die verwendete Datenbank so feststellen: Menü „?“ → Info… → Details anklicken. In der Liste der Programmmodule zeigt die letzte Zeile entweder „SQL Anywhere“ oder „PostgreSQL“ an.

Was Sie vor dem Wechsel sichern müssen

  1. Kompletten Datenbestand sichern
    Bei SQL-Anywhere-Programmen (Standard sowie plus/professional/premium mit SQL Anywhere): Datei → Rechnerwechsel → Datenbestand sichern. Bei PostgreSQL-Programmen: Datei → Datensicherung → Sicherung, dort „Neue Sicherung“ und „Gesamtsicherung“ wählen. Bei anlagenverwaltung, kassenbuch und lohnauskunft: Datei → Datensicherung → Sicherung. In allen Fällen werden automatisch alle Firmen mit allen Bewegungsdaten gesichert – eine Auswahl einzelner Mandanten ist beim Rechnerwechsel nicht möglich.
  2. Formulare und Zusatzdaten mitnehmen
    Der Assistent bietet an, eigene Rechnungs- und Auftragsformulare, Dokumente, Datanorm-Daten oder ein ELSTER-Zertifikat automatisch mit in die Sicherung aufzunehmen. Setzen Sie hier die passenden Haken, sonst fehlen diese Daten auf dem neuen Rechner.
  3. Seriennummer notieren
    Sie finden sie über das Menü „?“ → Info, auf dem Seriennummernzertifikat oder in der E-Mail zur Downloadversion. Sie wird bei der Installation auf dem neuen Rechner benötigt.
  4. Sicherung auf externes Medium legen
    Speichern Sie die Sicherung auf einem USB-Stick oder Netzlaufwerk, nicht auf derselben Festplatte wie die aktive Datenbank.

Schritt für Schritt zum neuen Rechner

  1. Melden Sie sich von allen Programmen ab und erstellen Sie die Datensicherung über den für Ihr Programm passenden Menüpfad (siehe oben). Prüfen Sie in der Zusammenfassung, ob Fehlermeldungen in roter Schrift erscheinen.
  2. Übertragen Sie den Sicherungsordner auf den neuen Rechner, etwa per USB-Stick.
  3. Installieren Sie auf dem neuen Rechner die aktuelle Jahresversion. Prüfen Sie vorher die Systemvoraussetzungen (Windows 10/11, mindestens 4 GB RAM, rund 100 GB freier Festplattenspeicher, Internetverbindung für die Produktaktivierung). Behalten Sie den vorgeschlagenen Standard-Speicherort bei.
  4. Starten Sie das Programm und rufen Sie die Rücksicherung auf. Bei SQL-Anywhere-Programmen wählen Sie in der Startauswahl „Rechnerwechsel – Datenbestand einspielen“ (alternativ Datei → Rechnerwechsel → Datenbestand einspielen). Bei PostgreSQL-Programmen gehen Sie erneut über Datei → Datensicherung → Sicherung und klicken dort auf „Datensicherung einspielen“. Bei anlagenverwaltung, kassenbuch und lohnauskunft nutzen Sie Datei → Datensicherung → Rücksicherung.
  5. Wählen Sie die Sicherungsdatei aus. Bei SQL-Anywhere-Programmen ist es eine ZIP-Datei, deren Name mit „(RW)“ beginnt, bei PostgreSQL-Programmen mit „LxOffice“. Starten Sie die Rücksicherung und prüfen Sie erneut die Zusammenfassung auf Fehler.
  6. Starten Sie das Programm neu. Sie werden gefragt, ob die Lizenz auf diesen Rechner übertragen werden soll. Bestätigen Sie mit „Ja“. Ab diesem Moment lässt sich Lexware auf dem alten Rechner nicht mehr nutzen.
  7. Prüfen Sie auf dem neuen Rechner, ob alle Firmen mit ihren Daten vollständig vorhanden sind.
  8. Deinstallieren Sie Lexware erst danach auf dem alten Rechner, über die Windows-Systemsteuerung (appwiz.cpl).

Häufige Fehlerquellen

Formulare vergessen

Wird beim Sichern die Option für eigene Formulare nicht angehakt, fehlen individuell angepasste Rechnungs- oder Auftragsvorlagen auf dem neuen Rechner.

Formulare aus falscher Version zurückgesichert

Bei einigen Produktlinien (etwa Lexware plus) sollten Formulare beim Rücksichern nur übernommen werden, wenn auf dem neuen Rechner exakt dieselbe Jahresversion installiert ist. Sonst überschreiben ältere Formulare die aktuellen, was zu Funktionsstörungen führen kann.

Falscher Menüpfad wegen falscher Datenbank-Annahme

Wer bei plus, professional oder premium den Rechnerwechsel-Menüpunkt sucht, obwohl im Hintergrund PostgreSQL läuft, findet ihn nicht – dort führt der Weg über Datei → Datensicherung → Sicherung statt über Datei → Rechnerwechsel. Die Prüfung über „?“ → Info → Details vorab spart hier Zeit.

Lizenzübertragung übersehen

Ohne die Bestätigung „Lizenz auf diesen PC übertragen“ bleibt die neue Installation unaktiviert – gleichzeitig ist das der Moment, ab dem der alte Rechner nicht mehr funktioniert. Das überrascht viele, ist aber so vorgesehen.

Rechnerwechsel mit Versions-Upgrade verwechselt

Ein Umstieg von Lexware Standard/Basis auf pro oder premium ist derzeit nur eingeschränkt möglich, weil die neuen Programmlinien seit dem 01.01.2026 eine andere Datenbankstruktur nutzen. Eine automatische Datenübernahme ist voraussichtlich erst ab Ende 2026 möglich. Wer nur den Rechner wechselt und dieselbe Produktlinie behält, ist davon nicht betroffen.

Wenn etwas schiefläuft

Zeigt die Zusammenfassung nach Sicherung oder Rücksicherung eine Fehlermeldung, lässt sich über die Schaltfläche „Informationen…“ nachlesen, was genau nicht funktioniert hat. Startet das Programm nach einem Fehler gar nicht mehr, ist bei einigen Produkten eine manuelle Sicherung auf Dateiebene möglich – das sollte aber nur mit Unterstützung durchgeführt werden, da dabei Programmverzeichnisse direkt bearbeitet werden. Bei einer PostgreSQL-Datenbank ist eine manuelle Rücksicherung technisch nicht möglich; hier bleibt nur der Weg über den Support.

Wenn Sie sich beim Rechnerwechsel nicht sicher sind oder eine Sicherung fehlschlägt, lohnt sich ein Blick von außen, bevor am alten Rechner etwas verändert wird. Wir unterstützen dabei, wenn Sie nicht weiterkommen.

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